Paradigmenwechsel

Bewusstsein prägt das Handeln prägt das wirtschaftliche Umfeld
Unternehmen, deren alleiniger Zweck darin besteht, Gewinne zu maximieren, sind Teil eines Wirtschafts- und Gesellschaftssystems, das ohne Rücksicht und ohne Weitblick diesem Planeten tiefe Wunden zufügt, deren Folgen unumkehrbar sind.

Zu den tragenden Säulen einer neuen Wirtschaft und Gesellschaft gehören deshalb Unternehmen, die erkannt haben, dass es ökonomisch, ökologisch und für den Erhalt des Friedens in und zwischen Menschen sinnvoll und unerlässlich ist, über das Paradigma „Wachstum“ hinauszuwachsen und das neue Bewusstsein „Gemeinsam erfolgreich sein“ mit Leben zu füllen.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich dieser inhaltliche Wandel unter neuen Rahmenbedingungen vollziehen muss. Denn Unternehmen haben die Welt komplizierter Herausforderungen bei weitgehend berechenbaren Produktionsbedingungen längst verlassen und bewegen sich in einem globalen Umfeld. Es gilt Antworten auf die zahlreichen schnellen, unerwarteten und überraschenden Prozessverläufe zu finden, die sich daraus ergeben, dass sämtliche Akteure mit ihren jeweils eigenen Interessen und Verhaltensweisen engmaschig miteinander verwobenen sind.

Alte Denkmuster und ihr Echo
Hierarchische Machtstrukturen verbunden mit einem Denkmuster „Zuerst ich!“ sind in alle Bereiche von Wirtshaft und Gesellschaft eingesickert. Diese Grundhaltung ist vor allem deshalb so weit verbreitet, weil sie jeden Tag gelebt und vorgelebt wird.

Unternehmen sind ein Spiegel dieser Entwicklung: In ihnen gibt es viele Menschen, die zuerst an sich denken und Strukturen vorfinden, die es ihnen leicht machen, die letztliche Verantwortung für ihr Handeln auf den Hierarchiestufen nach oben oder unten zu verschieben. Strukturen, die gleichzeitig wenig einladend sind, Potentiale zu erkennen und einzubringen.

Spürbare Folgen für mittelständische Unternehmen
Verbunden mit der schrumpfenden Bevölkerung in der westlichen Welt, spüren mittelständische Unternehmen diese Veränderungen hierzulande am deutlichsten in Form von Fachkräftemangel. Sie sind es nun, die für Bewerber attraktiv sein müssen! Und gerade Mittelständler sind es, die Nachwuchskräfte ausbilden, die dann allzu oft zu zahlungskräftigeren (Groß-) Unternehmen abwandern.

Die Folgen für Sie und Ihr Unternehmen: Konflikte, Informationsverluste, mangelnde Zusammenarbeit, hoher Krankenstand und vor allem: Steigende Arbeitsunlust durch Frustration. In deutschen Unternehmen arbeiten mehrheitlich Personen, die wenig leistungsbereit sind und oder weit hinter ihren Potenzialen zurückbleiben.

Zahlen – Daten – Fakten

  • 103 Mrd. Euro, von 2010 – 2013 also rund 13 Billionen* Euro Verlust durch schlechte Führung. Dabei halten sich 97% der Führungskräfte selbst für gute Führungskräfte
    *Aufaddierte Summe der von Gallup ausgewiesenen Jahresverluste. Entnommen aus: Andreas Zeuch, Alle Macht für Niemand. Aufbruch der Unternehmensdemokraten, Murmann Publishers GmbH, 1. Auflage 2015, S. 12.
  • 15% Arbeitnehmer sind in hohem Maße engagiert, 14% (5 Millionen) Arbeitnehmer haben bereits innerlich gekündigt. 70% machen Dienst nach Vorschrift. ** Diese Werte sind genauso bekannt wie stabil.
  • Agilität erhöht sich durch mehr Handlungsspielräume, größere Eigenständigkeit, bessere Zusammenarbeit und mehr Mut für Neues **
    ** Gallup Engagement Study 2018
  • Engagement basiert auf der emotionalen Bindung der Mitarbeitenden an ihr Unternehmen. Neue Strukturen erhöhen Agilität. Sinn schafft Identifikation. Wer etwas sinnvolles arbeitet, ist intrinsisch motiviert.

Es gibt also viel für Sie zu tun.

Und ja: es sind einige große „Pakete zu schnüren“. Die gute Nachricht ist: Oft sind es gerade die kleinen Schritte, etwa ein Moment wirklicher Aufmerksamkeit, Zuhören, ein Lächeln, die die größte Wirkung erzielen. Denn Menschen, die in einem Unternehmen arbeiten, geben ihre Menschlichkeit nicht an der Pforte ab. Wäre auch schlecht. Denn gerade ihre Lebendigkeit und Unberechenbarkeit machen sie kreativ und innovativ. Es gibt viele Aufgaben für Menschen. Dem Segen der Digitalisierung zum Trotz.